11.10.04 19:30 Alter: 14 Jahre

Der Moderne die Tür geöffnet

Von: Kölnische Rundschau, Michael Thalken

Die Bandbreite der Ausstellung „Maler der Eifel“ ist größer geworden.

Im Gemünder Kurhaus sind 500 Werke von 55 Künstlern zu sehen.

Während es viele Veranstalter immer schwerer haben, die Menschen für ihre Kunstausstellungen zu begeistern, schreibt der Förderverein „Maler der Eifel“ an einer Erfolgsgeschichte, die aufhorchen lässt: Zählte der Verein bei seiner Gründung im Mai 2000 gerade einmal 29 engagierte Mitglieder, so sind es mittlerweile 540.

Derweil nimmt der Verein seinen eigentlichen Zweck sehr ernst. Er besteht darin, die Eifelmaler zu fördern und ihnen eine Plattform für ihre Arbeiten zu geben. So wurden – wie jetzt wieder im Gemünder Kurhaus - in nur fünf Jahren allein zehn große Ausstellungen organisiert, die Tausende Besucher anlockten. Kein Wunder also, dass vor allem immer mehr Künstler Zuflucht beim Förderverein suchen, scheint er ihnen doch eine optimale Betreuung zu gewähren, die sie ansonsten nur schwer finden.

Acht Schenkungen

Selbst künstlerische Nachlässe scheinen bei dem Verein gut aufgehoben zu sein. In acht Schenkungen erhielt er bis heute allein 260 Kunstwerke. Dass man sich schon seit geraumer Zeit mit dem Gedanken trägt, ein eigenes Museum einzurichten, verwundert kaum. Jetzt rückt dieser Gedanke in greifbare Nähe: Derzeit wird die alte Volksschule in Gemünd umgebaut.

Während der Eröffnung der Ausstellung im Kurhaus machte Geschäftsführer Dieter Schröder klar, dass mit 500 Bildern das Maximum erreicht sei. Erstmals wurden auch die beiden kleinen Kursäle mit einbezogen, was sich besondern auf den Platz zwischen den Stellwänden positiv ausgewirkt hat. Erfreulich ist jedoch vor allem, dass neben den 32 Künstlern der vergangenen Jahre gleich 23 neue mit von der Partie sind. Dies zeigt, dass die „Maler der Eifel“ keinesfalls zu einem reinen Insider-Club mutieren, sondern ihre Türen auch weiterhin geöffnet halten. Besonders erfreulich: Neben den eher traditionellen Kunstschaffenden finden langsam, aber sicher auch moderne Maler Einlass in den Ausstellungskreis.

Sommers Warnung

Schleidens Altbürgermeister Alois Sommer allerdings fürchtet, wie er in seiner Einführungsrede sagte, dass 500 Bilder „die Grenze des In-Sich-Aufnehmbaren überschreite“. Man müsse aufpassen, dass die Ausstellung sich nicht in einen Basar verwandele. Angesichts der Fülle von Techniken und Intentionen bleibe der Betrachter aufgefordert „das Gültige vom nur gut Gemeinten zu unterscheiden“.

Die Ausstellung bietet Stoff genug, um mit dieser Aufgabe ein paar Stunden zu verbringen. Wer genau hinsieht, wird aber auch bemerken dass zum Beispiel Landschaftsmalerei nicht gleich Landschaftsmalerei ist und dass renommierte Tiermaler wie Conrad Franz auch nicht gleich dutzendfach zu haben sind.

Weiterhin gilt es in diesem Jahr einige ungewöhnlichere Werke zu entdecken. Dazu zählen die monochromatischen Arbeiten von Josef Agnes ebenso wie die sich zwischen dem „Nicht-mehr“ und dem „Noch-nicht“ bewegenden „Grenzbilder“ von Gisela Gross oder auch die Bildskulpturen von Hannelore Nowak, die mit ihren Arbeiten einen Blick ins Innere der Erde werfen möchte. Erstmals dabei sind Fotografien von Prof. Friedrich Wilhelm Dahmen, „Strugenas“ genannt: komplexe Spiegelbilder, die unscheinbar erscheinende einzelne Bildelemente kaleidoskopartig zu einem neuen (Sinn-)Ganzen zusammenfügen.