05.01.05 19:33 Alter: 13 Jahre

Stadt würde Biber-Schilder sogar verkaufen

Von: Kölnische Rundschaum, Gudrun Klinkhammer

Heimbach. "Vor Weihnachten hatten wir die Bescherung vor dem Fest", grübelte Hubertus Zander, Mitarbeiter der Stadt Heimbach, am Montagnachmittag im Heimbacher Rathaus. "Kurz vor den Feiertagen stellten wir fest, dass mal wieder Biberschilder entwendet worden waren. Und diesmal beide."

Bei den geklauten Schildern handelt es sich nicht um normale Verkehrsschilder, sondern um bundesweit bisher einzigartige Hinweise. Der Biberbeauftragte der Region, Willi Bergerhausen, veranlasste vergangenes Jahr, dass an der Ortseinfahrt zu Heimbach von Hergarten aus kommend Achtungschilder aufgestellt wurden. Die Schilder weisen auf ein Tier hin, das an dieser Stelle mehrfach beim Überqueren der Straße gesichtet worden war: auf einen Biber.

Der Hellenthaler Tiermaler Conrad Franz erhielt von der Stadt Heimbach den Auftrag, eine Zeichnung für die Hinweisschilder anzufertigen. Conrad Franz erinnert sich an erste Gespräche mit Bergerhausen: "Bergerhausen wünschte, dass ich einen richtig netten Biber zeichne, keinen unsympathischen, der aussieht wie eine große Ratte."

Franz nahm also Karton und Feder und zeichnete kostenlos einen wirklich netten Biber - im wahrsten Sinne des Wortes: zum Klauen schön. Im Spätsommer stellten Mitarbeiter des Bauhofs die zwei grün gerahmten Dreickecksschilder mit jeweils einer Biberabbildung auf. Die Stadt sponserte die Schilder und die Heimbacher Firma Beo-Werbung die Drucke. Bereits acht Tage später fehlte das erste Schild. Da es unauffindbar blieb, fertigten Stadt und Druckerei ein neues Schild an, das Mitarbeiter des Bauhofs diesmal anschweißten. Doch auch das half nicht. Jetzt steh mer da", so Hubertus Zander etwas entmutigt. Zander: "Wir montieren erstmal keine neuen Schilder. Irgendwo hört der Spaß auf. Vielleicht starten wir im Frühjahr nochmal einen Versuch. Wir müssen erst überlegen, wie wir die Schilder besser sichern können."

Anzeige gegen Unbekannt

Bei der Polizei erstattete die Stadt Anzeige gegen unbekannt, doch die Wirkung einer solchen Strafanzeige ist meist nicht erfolgreich, wissen die Verwaltungsmitarbeiter. Gut, so Zander, dass die Schilder mit der Conrad-Franz-Zeichnung der Heimbacher Wildkatze an den Ortseingängen so groß seien, sonst wären die wahrscheinlich auch schon weg.

Verständnis hätten die Mitarbeiter der Stadt Heimbach, wenn Biberschilder-Liebhaber kämen und offen Interesse bekunden würden. "Wir fänden mit Sicherheit eine zufrieden stellende Lösung für alle Seiten", meint Hubertus Zander. "Wir würden die Schilder sogar auf Wunsch anfertigen lassen und für einen moderaten Preis verkaufen." Hinweise nimmt die Stadt Heimbach gerne entgegen unter der Telefonnummer (0 24 46) 80 80.