17.09.04 19:25 Alter: 13 Jahre

Im Gemünder Kurhaus geht die Sonne auf

Von: Kölnische Rundschau, Grudrun Klinkhammer

Gemünd. Sonnigen Zeiten scheint das Kurhaus in Gemünd entgegen zu gehen. Der neue Betreiber des Hauses, Artur Scholzen, engagierte den Hellenthaler Künstler Conrad Franz und gab ihm den Auftrag, sowohl den Eingangsbereich als auch Wandteile im Keller des Kurhauses über und über mit Sonnenblumen auszugestalten.

Conrad Franz "brütete" einige Zeit so vor sich hin, entwarf und fertigte zuerst "Testsonnenblumen". Gestern begann er mit den ersten Malarbeiten. Die Testsonnenblumen, bestehend aus Pappe, Farbe und einem rückwärtig befestigten Stück Klebefolie, können an jeder Fläche angebracht und wieder abgenommen werden. So erhält der Betrachter einen ersten Eindruck, wie die Wirkung der Sonnenblumen an den Wänden sein wird.

Für eine Seitenwand unmittelbar neben den Eingangstüren zum großen Kursaal wurde es gestern dann schon "ernst": Mittels feiner Kohlestifte skizzierte Conrad Franz die großblumigen Schönheiten. Bevor die Malereien eine wirklich "bunte" Angelegenheit werden, erhalten sie zunächst Kontur und Plastizität. Mittels einer dicklichen, weißen Acrylmasse, ähnlich Gips, und einem Spachtel verleiht der Maler den Blumen eine gewisse Körperlichkeit.

Eingefärbter Reibeputz

Als Untergrund dient den Wandmalereien ein eingefärbter Reibeputz. Conrad Franz erläuterte die Vorgehensweise: "Die Acrylmalereien werden zum Schluss mit Firnis versiegelt und sind dann abwaschbar. Verfärbungen wird es nicht geben. Stellenweise werden die Gemälde auch noch mit einem schützenden Glasvorsatz versehen werden. Ich denke, wenn keine Bombe drauf fällt, könnte das Hunderte von Jahre halten."

Artur Scholzen legte zwei Hauptfarben für die Gesamtgestaltung fest, die auch im Logo des Hauses, einem stilisierten Baum, zu finden sind: Grün und Hellgelb. Die Böden des Hauses zieren inzwischen terracottafarbene Natursteine.

"Diese Farben müssen sich auch an den Wänden, in den Sonnenblumen wiederfinden", so Franz. "Alles soll harmonisch rund wirken."

Conrad Franz freut sich: "Zwischen Artur Scholzen und mir stimmt die Chemie. Scholzen hat Spaß an Farbe und Spiel, weiß, was er möchte, lässt dem Künstler aber dennoch die nötige Freiheit."

Erfahrungen auf dem Gebiet der großflächigen Malerei sammelte Conrad Franz unter anderem in den USA. Dort gestaltete er vor einigen Jahren die Wände eines Hotels komplett. Der 54-Jährige studierte Malerei in Wiesbaden und Paris.

Jedem Tagungsraum im Haus wird eine eigene, typische Eifelpflanze zugeordnet. Alle Pflanzen besitzen eine Gemeinsamkeit: nämlich das Wort "Sonne". Neben der Sonnenblume werden an den Wänden der Räumlichkeiten der Sonnenhut, der rundblättrige Sonnentau, das gelbe Sonnenröschen und die Sonnenwend-Wolfsmilch zu finden sein. Bis zum 8. Oktober, zur großen Ausstellung der Maler der Eifel, sollen die künstlerischen Arbeiten rund um die Sonnenblume abgeschlossen sein.

"Ich werde Tag und Nacht arbeiten", verspricht Conrad Franz. Sven Dzubiel, 34-jähriger Informatiker aus Marmagen, wird den Hellenthaler Maler die gesamte Zeit über virtuell begleiten. Der aktuelle "Malstand" wird für alle Interessenten im Internet ständig aktualisiert und zu sehen sein.