06.10.04 19:28 Alter: 13 Jahre

Franz bringt Sonne ins Kurhaus

Von: Kölner Stadtanzeiger, Michael Thalken

Investor Artur Scholzen ist von den Entwürfen des 54-jährigen Künstlers restlos begeistert.

Artur Scholzen, der zurzeit das Kurhaus in Gemünd auf eigene Kosten umbauen lässt, war von den Bildern des Malers Conrad Franz immer schon begeistert. Jetzt gelang es ihm, den Künstler für die Gestaltung des Foyers und anderer Räume in der Großimmobilie zu gewinnen.

„Die Chemie zwischen uns stimmte von Anfang an“, schwärmte Franz, der für den Eingangsbereich des Kurhauses riesige Sonnenblumen entwarf. Um dem Investor eine Vorstellung davon zu geben, wie die Gestaltung der Wände einmal aussehen könnte, malte der Künstler seine Sonnenblumen zunächst mit Ölkreidestiften auf Papier und befestigte dieses an der Wand.

Der Entwurf überzeugte Scholzen. In nur einer Nacht entwarf Conrad Franz daraufhin eine erste grobe Wandskizze. Mittlerweile sind die Sonnenblumen fast fertig. Doch Scholzen und Franz arbeiten bereits an weiteren Plänen. Denn auch andere Räume des Kurhauses sollen mit Pflanzen ausgemalt werden, die in irgendeiner Weise mit der Sonne zu tun haben. „In Frage kämen beispielsweise Sonnenhut, Sonnentau, Sonnenröschen oder Sonnenwend-Wolfsmilch“, so der Künstler.

In der ersten Etage soll ein Nepomuk-Raum eingerichtet werden. Dazu wollte man eigentlich die tonnenschwere Nepomuk-Steinfigur, die im Treppenhaus der einstigen Kureinrichtung steht, nach oben transportieren. Dies erwies sich jedoch als nicht machbar. Folglich wird Conrad Franz den Heiligen Nepomuk jetzt einfach an die Wand malen. Obwohl das Wort „malen“ nur die halbe Wahrheit bezeichnet. Denn der Künstler unterlegt seine Malerei mit einer dicken, pastösen Masse, so dass das fertige Bild einmal plastisch aus der Wand hervortreten wird.

Aufträge vom Zoo

Conrad Franz, der 1950 im westfälischen Stockum geboren wurde, gilt seit langem als einer der besten und renommiertesten Tiermaler Deutschlands. Vom Vater, einem Chemiegrafen und Künstler, übernahm er bereits mit 14 Jahren Zeichen- und Malaufträge, unter anderem für den Hamburger Zoo. Nach der Schule studierte Conrad Franz an der Kunstschule in Wiesbaden. Er wechselte an die Pariser Akademie, wo er in der Klasse von Professor Nemés in der Tiermalerei unter richtet wurde. Seine ersten großen Ausstellungen führten ihn in die USA, nach Ohio und Indiana. Seine Kunstfertigkeit sprach sich dort schnell herum. Er stattete Hotels mit seinen Tiermotiven aus und fertigte Deckengemälde an. 1983 gab die Bundesregierung bei ihm eine Schenkungsurkunde an US-Präsident Ronald Reagan in Auftrag. Franz-Bilder hingen im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum in München, im Museum Alexander König in Bonn und in vielen anderen öffentlichen Einrichtungen.

Doch muss man nicht weit reisen, um ein Kunstwerk von Conrad Franz in Augenschein zu nehmen. Denn fast jeder, der Gummibärchen mag, hat schon einmal ein Bild des Künstlers in Händen gehalten. Der umtriebige Tiermaler entwarf nämlich auch Motive für Haribo-Tüten, die millionenfach verkauft wurden. Für die Firma Eduard Kettner und die Spirituosenfirma „Racke-Rauchzart“ gestaltete Franz Jagdmotive. Darüber hinaus fertigte er Bilder für Dutzende von Jagd- und Natur-Zeitschriften an.

Studienreisen führten ihn in die Schweiz, nach Holland, Italien, Frankreich, Spanien, Irland, Kanada und Afrika. In Afrika sammelte er Material für seine vielleicht schönsten Bilder: Seine Löwen, Leoparden, Wasserbüffel und Elefanten sind eine gelungene Hommage an eine einzigartige Tierwelt.

Aber auch wer keine Gummibären mag, hat vielleicht schon einmal ein Bild des Künstlers gesehen. Zeichnet der in Hellenthal lebende Maler doch bei der Gestaltung einiger Nationalparktore verantwortlich. Seine Wildkatze schmückt bereits die Ortseingänge in Heimbach.

Wer über den aktuellen Stand der Kurhaus-Gestaltung auf dem Laufenden bleiben möchte, der sollte sich einmal auf der von Sven Dzubiel aufwändig gestalteten Homepage des Künstlers umsehen. Dort kann man auch zahlreiche Bilder von Conrad Franz bewundern.