27.05.04 20:22 Alter: 14 Jahre

Der einheimischen Tierwelt tief in die Seele geschaut

Von: MICHAEL THALKEN (Kölner Stadtanzeiger)

Künstler präsentieren auf vielfältige Weise ihre Ansichten von Wildschwein, Hirsch und Co.

Schirmherr Jürgen Roters eröffnete in Heimbach die Ausstellung „Natur, Tiere und Landschaft.“

HEIMBACH. - Der Regierungspräsident zeigte sich überrascht von der großen Resonanz, die der Kunst-ausstellung im Heimbach „Haus des Gastes“ zuteil wurde. Besonders freute er sich, dass die Werk-schau auch überregional wahrgenommen worden war und zudem auch internationale Künstler ver-treten waren.

Die überwiegend gegenständliche Malerei schien ihm zu gefallen. „Hier sieht man das künstlerische Können, und dass die Maler ihr Handwerk beherrschen“, so Roters. Viele der Bilder pries er als eine Art von Heimatkunst: Den Betrachtern würde nahe gebracht, was eigentlich vor ihrer Haustüre liege, was sie selbst aber vielleicht nicht zu sehen in der Lage seien. „Die Maler haben dabei die Natur auch nicht übermäßig romantisch verklärt“, lobte Roters die anwesende Künstlergilde.

Wildkatze am T-Shirt

 Bürgermeister Hans Günther Pütz erinnerte daran, wie wichtig die Auseinandersetzung der Künstler mit der Natur gerade in einem Nationalpark sei. Dabei vergaß er auch nicht zu erwähnen, dass die Stadt Heimbach zunächst keineswegs grundsätzlich für die Errichtung des Parks gewesen sei. Nach harten Diskussionen habe man sich dann jedoch einstimmig dafür entschieden. Als besondere Über-raschung bekam der Regierungspräsident ein T-Shirt geschenkt, das eine Wildkatze zeigte, die vom Hellenthaler Maler Conrad Franz gestaltet worden war und die unter anderem auch das Nationalpark-tor in Heimbach schmücken wird. Roters wurde aufgefordert, das T-Shirt beim nächsten Marathonlauf zu tragen.

Nachdem die Heimbacher Jagdhornbläser die Vernissage eröffnet hatten, stellte der Bürgermeister die Künstler vor: Die Belgierin Nicole van Axx, die bereits viele Gold- und Silbermedaillen für ihre Tier-malerei gewonnen hat, zeigte vor allem großformatige Portraits. Annette Isfort aus Ochtrup besticht in ihren Malereien mit einer Wechselbeziehung von Ruhe und Bewegung und arbeitet weitestgehend frei mit Farbe, Form und Fläche.

Anne Nachtsheim, die gewissermaßen als Schülerin von Conrad Franz gelten darf und die aus Quickborn stammt, legt ein außergewöhnliches Farbempfinden sowie eine extreme Detailschärfe an den Tag.

Die Rüsselsheimerin Kerstin M. Schuld will vor allem naturgemäße Darstellungen der Tierwelt zeigen. Die Autodidaktin interessiert sich für die Jagd, wobei sie vor allem vom Zusammenspiel zwischen Mensch und Hund fasziniert ist.

Kurt Arentz aus Köln ist der einzige Bildhauer unter den Künstlern. Er zeigt in Heimbach einige seiner schönsten Tierarbeiten.

Dem Hellenthaler Conrad Franz scheinen es besondern badende Enten angetan zu haben. Gleich mehrere Arbeiten zeigen die Vögel, wie sie sich das Wasser aus dem Gefieder schütteln. Dabei gelingt dem Künstler die Annäherung an Fotografien mit kurzen Verschlusszeiten.

Ebenso realistisch mit einem Hang zur Perfektion geht Rudi Kohl aus Trier zu Werke: Tiere und Landschaften werden bis in das kleinste Detail liebevoll wiedergegeben. Ob vom Frost geknickte Gräser oder sich duckende Hühner im Unterholz – dem Künstler entgeht nichts.

Claus Rabba aus Varel machte zunächst als Illustrator von Naturbüchern und Kalendern auf sich aufmerksam. Er besticht heute vor allem durch seine Fähigkeit, biologische Kenntnisse mit ma-lerischen Qualitäten zu verbinden.

Pieter Verstappen schließlich widmet sich am liebsten der Heide- und Hochmoorlandschaft „De Groote Peel“. Ob schlafende Brachvögel oder schnüffelnde Wiesel: Verstappen versteht es, die Charaktere der Tiere ins rechte Licht zu setzen.

Die Ausstellung im Heimbacher „Haus des Gastes“ ist noch bis zum 20. Juni geöffnet.