06.08.04 20:25 Alter: 14 Jahre

Schutz für den Gourmet

Von: GUDRUN KLINKHAMMER (Kölnische Rundschau)

Stadt erfand das "Vorsicht Biber" - Schild Seltener Vierbeiner kreuzt oft nachts die Straße

HEIMBACH. Im Dunkeln befuhr der Heimbacher Günter Loup mit seinem Auto vor gut einer Woche die Einfahrtstraße nach Heimbach von Vlatten aus und staunte nicht schlecht: Da wanderte zu spät abendlicher Stunde doch tatsächlich ein Biber quer über die Fahrbahn, "schnurstracks" von einer Straßenseite zur anderen. Loup hielt an, und da ihm weitere Autos folgten, stieg er aus und warnte mit winkenden Armen die übrigen Fahrer. Unbeschadet konnten sowohl Mensch als auch Tier die unvorhergesehene Kreuzung wieder verlassen.

Kurz hintereinander kam es an gleicher Stelle noch mehrfach zu unvorhersehbarem "Biberalarm", so dass sich die Stadt Heimbach aus Sicherheitsgründen ein bundesweites Novum ausdachte. Ein "Vorsicht Biber"-Schild, dreieckig und mit grüner Umrandung versehen, wurde geordert und gestern im Beisein von Wilhelm Bergerhausen, Biberberater des Wassereinzugsbereiches Rur, aufgestellt. Das Einzugsgebiet, das der Heimbacher betreut, umfasst 2500 Kilometer Fließgewässer. "Der Biber hier am Ortseingang von Heimbach, die Straße nennt sich In der Hilbach, scheint die Hagebutten an der anderen Straßenseite zu bevorzugen. Die Hagebutten sind sehr nahrhaft. Üblicherweise ernähren sich Biber im Sommer von Gras und Kräutern und im Winter von Rinde und Ästen." Der Biber in der Hilbach scheint ein echter Feinschmecker zu sein. Deshalb macht er sich wohl auch allabendlich "auf die Socken".

Die kesse Federzeichnung, die die beiden Biber-Schilder ziert, stammt aus dem Atelier des bekannten Hellenthaler Tiermalers Conrad Franz . Der Kreis Düren stellte die Schilder-Rohlinge zur Verfügung und die Firma "Beo-Werbung Ohrem" spendete den Aufdruck. Kommende Woche wird der WDR, voraussichtlich am Mittwoch, in einer Live-Fernsehsendung über Heimbach und das Schild berichten.