10.09.04 19:20 Alter: 13 Jahre

Ein Spatenstich mit Katze

Von: Kölnische Rundschau, Manfred Hilgers

Heimbach erhofft sich durch Nationalparktor im Bahnhof Aufwärtstrend

Heimbach. „Das Nationalparktor in Heimbach ist ein Quantensprung für unseren Kreis“, hofft Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn, dass damit der Fremdenverkehr in der Region noch einmal deutlich anziehen wird. Schon jetzt beobachten die Heimbacher mehr „Rucksacktouristen“, die mit der Karte in der Hand die Wanderwege des Nationalparks ansteuern.

„Wir setzen mit dem Nationalparktor auf Aufschwung“ sagte Spelthahn, denn Industriebetriebe werde man in dieser Region nicht ansiedeln können. „Uns bleibt als einzige Perspektive der Fremdenverkehr“ so der Landrat des Kreises Düren.

Zunächst auf Sparversion gesetzt

Bürgermeister Hans Günther Pütz wollte schon lange in Heimbach am Bahnhof ein Informationsbüro für die Touristen schaffen. „Wir wollten auf eigene Faust eine Sparversion bauen“, verriet gestern der Bürgermeister des Rurstädtchens. Aber die Landesregierung drängte auf etwas Vernünftiges. Es sollte ein nationalparkwürdiges Haus werden. Damit das auch gelingt, hat die Landesregierung 750 000 Euro locker gemacht. Mit dem Geld kann nun das Bahnhofsgebäude in Heimbach als Informations- und Ausstellungszentrum für Besucher des Nationalparks umgebaut werden.

Im Erdgeschoss soll ein repräsentatives, lichtdurchflutetes Foyer mit Infoständen und Präsentationsflächen gebaut werden. Dafür muss die Erdgeschossfläche etwas erweitert werden.

Dem Heimbacher Architekten Peter Holdenried oblag es, eine Komposition zwischen alter und neuer Bausubstanz zu finden und miteinander zu verschmelzen. Dies ist ihm wohl gelungen, auch dadurch, dass der überwiegende Teil der verwendeten Materialien aus Glas besteht. Die Innenausstattung wird von der Reifferscheider Innenarchitektin Ute Frauenkron durchgeführt. Sie gestaltet auch die Nationalparktore in Gemünd und Rurberg.

Hans Günther Pütz, der Geschäftsführer der Dürener Kreisbahn, Bernd Böhnke, und Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn trauten sich kaum, den bereitgestellten Spaten für den obligatorischen Spatenstich zu benutzen.

Ein Werk von Conrad Franz

Die Schaufel malte nämlich der Hellenthaler Tiermaler Conrad Franz mit einem Wildkatzenkopf aus, dem Wappentier des Nationalparktores Heimbach. Nach dem angedeuteten Spatenstich signierten alle Gäste den Stiel der Schaufel.

Conrad Franz wird das Arbeitsgerät jetzt wetterfest versiegeln und im neuen Nationalparktor an die Wand hängen. Bezugsfertig soll das Nationalparktor in einem Jahr sein.

Das Bahnhofsgebäude befindet sich im Eigentum der Dürener Kreisbahn (DKB). Diese hat sich vor einem Jahr von der Rurtalbahn getrennt und gehört jetzt zu 100 Prozent dem Kreis Düren. Sie ist ein reines Busunternehmen. Ihr gehören aber auch noch einige Liegenschaften.