11.09.04 19:22 Alter: 13 Jahre

Über 400 Ausstellungen eröffnet

Von: Kölnische Rundschau, Gudrun Klinkhammer

132 Exponate der Burg – Letzte offizielle Ausstellungseröffnung von Pütz

Heimbach. Am Donnerstagabend lag Endgültiges und Unendliches in der Luft. Im Heimbacher Haus des Gastes eröffnete Heimbachs Bürgermeister Hans Günther Pütz definitiv zum letzten Mal in seiner 36-jährigen Amtstätigkeit als höchster Repräsentant der Stadt eine Kunstausstellung. Mehr als 400 Mal gab er zu solch einer Veranstaltung den verbalen „Startschuß“. Im Vorfeld „seiner“ letzten Ausstellung hegte Hans Günther Pütz den Wunsch, thematisch ein Gebäude zu würdigen, das seit gut 1000 Jahren hoch über dem Ort Wache hält: die malerische Burg Hengebach.

In einem Aufruf im Mitteilungsblatt der Stadt wurden alle Bürger und Künstler gebeten, an ihren Wänden und auf ihren Dachböden nach Burgbildern zu suchen. „Die erste Resonanz war sehr schlep-pend“, berichtete Hans-Peter Boje, Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Gemeinsam mit seinem Kollegen Hubertus Zander hatte er sich der Ausstellungs-Organisation angenommen. Nach einem weiteren Aufruf, der eine wesentlich lebhaftere Resonanz hervorrief als der erste, kamen letztendlich 132 Exponate zusammen. Dazu gehören Zeichnungen, Öl- und Acrylgemälde, zudem Fotografien des Heimbacher Journalisten Heinrich Dorsel.

Als Künstler, deren Werke zu den Ausstellungsstücken zählen, wären etwa der Hellenthaler Maler Conrad Franz zu nennen, weiter Ingrid von Wille, Schwiegertochter des verstorbenen Malers Fritz von Wille, Wilhelm Degode, Hubert Bachem, Elfriede Idlibe, Ernst Bernhauser, Siegfried Victor oder auch Beatrix Bertram sind ebenfalls mit Gemälden vertreten.

Mit Humor hob Hans Günther Pütz den imaginären Ausstellungsvorhang. Er ging auf die Geschichte der Burg ein, die auf Höhen und Tiefen zurückblicken kann. Zu ihren Besitzern gehörten unter anderem ein Erzbischof, diverse Grafen, im 19. Jahrhundert dann die Familie Fraikin. 1904 wurde die Burg für 800 Reichsmark an den „Verein zur Erhaltung der Burgruine Heimbach“ abgegeben. Als die Ruine begann, diesen Verein zu ruinieren, ging die Burg in den Besitz des Kreises Schleiden über. Gastronomen versuchten später erfolglos ihr Glück, und fast genau vor 25 Jahren kaufte die Stadt Heimbach das betagte Gemäuer für genau 1 Mark. „Damals nicht ohne kritische Stimmen“, so Pütz. Seither halten die Stadtväter die Hand über die Schöne. Die Ausstellung ist noch bis zum 3. Oktober zu sehen.