07.04.04 18:47 Alter: 14 Jahre

"FRANZ-BILDER" auch auf Haribo-Tüten

Von: GUDRUN KLINKHAMMER (Kölnische Rundschau)

Mit 14 schon als Maler aktiv - Conrad Franz' Werke sind nicht nur in Galerien zu sehen

Die Zeit ist hochspannend, wir befinden uns in einem Umbruch. Viele Werte sind von gestern. Vieles ist in Angst und Unruhe. Kritisieren, meckern, Diskussionen - lieber nicht. Wir leben in einer Zeit der Mittelmäßigkeit. Alles ist billig, Geiz ist geil." Sprach's, und zog dabei die linke Augenbraue ein wenig hoch, genau wie der Büffel, der vor ihm auf dem Gemälde aus einer Pinselarbeit heraus in die reale Welt schaut.

Conrad Franz, in Hellenthal wohnender Maler, gilt als einer der besten Tiermaler Deutschlands. Seine Bilder sprechen Bände. Sie spiegeln Stimmungen wider auf allen Ebenen. Schemenhaft und träumerisch verklärt meist Himmel und Horizont. Aus dieser Verklärung lösen sich Formen, entwickeln sich zu Strukturen feinster Art. Augen, die den Betrachter fest anschauen, fangen den Blick.

Die Augen der gemalten Tiere stellen fast immer fesselnde Fixpunkte der Bilder dar. Ohren, Federn, Hörner, im Vordergrund Gräser, Blumen oder auch Gischt - eine komplette Welt hat sich aufgetan.

Conrad Franz ist kein Autodidakt. Der 1950 in Stockum (Westfalen) geborene Künstler zeichnet und malt seit frühester Jugend. Sowohl sein Vater als auch sein Großvater arbeiteten als Förster, das Umfeld prägte ihn. Sein Vater wirkte zudem als Maler. Gerade 14 Jahre alt, vertrat Conrad Franz seinen Vater in Sachen Malerei und malte Schautafeln für die Zoos Berlin und Hamburg.

In Wiesbaden besuchte Conrad Franz die Kunstschule, setzte seine Studien an der Akademie in Paris bei Professor Nemés fort. Ob Bleistift, Kohl, Tempera oder Öl, ob Miniatur oder Überformat, Franz beherrscht sämtliche Techniken.

Seine Bilder wurden bereits in Ländern ganz Europas und in den USA ausgestellt. Seine Malereien zieren die berühmten Tüten aus dem Hause Haribo, Jagd- und Bekleidungskataloge, Porzellanteller bekannter Manufakturen, Galerien und Museen.

Sein Symbol ist die Waage - das Symbol seines Sternzeichens. Conrad Franz bezeichnet sich selbst als Perfektionist: "Perfektionist? Ja, der bin ich, von meinem ganzen Wesen." Bevor der Tierspezialist sich an die Malerei herantastet, pirscht er mit dem Fotoapparat durchs Gelände. "Ich beobachte dabei alles, ich versuche, alles zu sehen, um darstellen zu können. Das Wissen um die Tiere ist in meinen Bildern enthalten."

Das Zeichnen, das jeder Maler beherrschen sollte, ist nach Conrad Franz " das Allerwichtigste". Dieser transparente Ausdruck der Malerei lässt keine Fehler ungesehen. Und Conrad Franz beobachtet nicht "nur" die Tiere. Sein Umfeld, seine Mitmenschen hat er ebenfalls im Blick. Und da sieht er eben gewisse Dinge, die anderen weniger auffallen: "Wir unterliegen ja immer wieder Zeitströmungen, und seit zehn Jahren etwa strömt die Kunst von der Abstraktion zur Gegenständlichkeit zurück, die Menschen sehnen sich nach Greifbarem."

Malt Conrad Franz mal nicht, dann kocht und isst er gern chinesisch: "Wenn ein Volk so eine alte Kultur hat, da muss doch etwas dran sein." Im Winter erkennt man den Maler an einem knallroten Schal. "Im Winter trage ich immer einen roten Schal. Graue, männliche Schals, die ärgern mich."

Gemeinsam mit sieben weiteren Tiermalern werden einige Bilder von Conrad Franz demnächst im Haus des Gastes in Heimbach zu sehen sein. Die Ausstellung beginnt am 23. Mai mit einer Vernissage ab 11.30 Uhr und läuft bis zum 20. Jun.