14.02.06 19:43 Alter: 11 Jahre

Beachtliche Zuschüsse an Land gezogen

Von: Kölner Stadtanzeiger, F.A. Heinen

Eifel - Die „Bürgerstiftung Nationalpark Eifel“ ist gerade ein gutes Jahr alt. Aber voraussichtlich wird sie bereits in diesem Jahr in der Lage sein, zwei bedeutsame Projekte im Zusammenhang mit dem Nationalpark zu fördern. Rund 180 000 Euro sollen für die Umgestaltung der Wollseifener Kirchenruine verwendet werden. Mit rund 100 000 Euro Zuschuss von der Stiftung soll bei Gemünd-Malsbenden der Naturerlebnispfad „Auenland“ entstehen.

Das Geld wird letztlich von der NRW-Stiftung kommen. Zwar stehen die letzten Entscheidungen noch aus, aber die Landesstiftung autorisierte den Vorstand der Nationalpark-Stiftung, bekannt zu geben, dass die Chancen für die Förderung sehr gut stünden.

Hermann-Josef Mießeler, der Vorsitzende der Bürgerstiftung Nationalpark, wartete mit dieser erfreulichen Nachricht jetzt in den Sitzungen des Kuratoriums und der Stifterversammlung auf. Der Stiftungsvorstand hat sich im vorigen Jahr sowohl um Zustiftungen zum Stiftungskapital als auch um Spenden bemüht.

Zustiftungen kommen der Organisation langfristig zugute, weil von diesem Geld nur die Zinserträge ausgegeben werden dürfen. Zuschüsse als Spenden hingegen kann man sofort für die Stiftungszwecke nutzen. Da das Stiftungskapital noch zu gering ist, um damit größere Projekte anzugehen, bemühte sich der Vorstand umso mehr um Spenden. Bei der NRW-Stiftung, und da ganz besonders bei Prof. Wolfgang Schumacher, stießen die Eifeler auf offene Ohren.

In den vergangenen Monaten konkretisierten sich die Planungen zum Wollseifen-Projekt, bei dem viele Beteiligte und Interessen unter einen Hut zu bringen waren. Mit im Boot saßen etwa der Heimatverein der früheren Wollseifener, das Nationalparkforstamt und viele andere. Im Ergebnis soll nun die Kirche als einziges Bauwerk von „Alt-Wollseifen“ dauerhaft erhalten und zur Gedenkstätte umgewandelt werden. Das von den Belgiern provisorisch errichtete Dach will man erneuern, die Ruine wird neue Fenster in Einfachverglasung erhalten. Im Inneren wird später eine kleine Dokumentation an die Menschen erinnern, die einmal im Schatten von St. Rochus gelebt haben.

Eines der von den Belgiern errichteten Kampfhäuser soll als Zeitzeugnis zum Thema „Kalter Krieg“ erhalten und im Erdgeschoss zugänglich gemacht werden. Die anderen Kampfhäuser, in denen Nato-Truppen seit den 80er Jahren den Häuser- und Straßenkampf trainierten, sollen hingegen verschwinden.

Wollseifen soll ein stiller Ort ohne Veranstaltungen werden. Einzige Ausnahme sind die traditionellen Gedenkveranstaltungen der heimatvertriebenen früheren Bewohner. Die NRW-Stiftung wird voraussichtlich 140 000 Euro zu den Gesamtkosten beisteuern. Die restlichen 40 000 Euro will man teilweise in Eigenleistung erbringen.

Das zweite Projekt, das die Bürgerstiftung unterstützen möchte, ist die Einrichtung eines Naturerlebnispfades an den Urftauen im Bereich des ehemaligen Schießstandes Malsbenden. Die urtümliche Auenlandschaft soll erlebbar gemacht werden, ohne sie zu zerstören. Daher ist ein 400 Meter langer Holzsteg einschließlich einer Urftbrücke vorgesehen. Dieser Steg verbindet zwei bestehende Wanderwege und ermöglicht so einen attraktiven kurzen Rundweg zum Nationalpark von Gemünd aus. Hierzu hofft die Bürgerstiftung auf einen Zuschuss von 100 000 Euro. Weitere 100 000 Euro für das Projekt müssten allerdings aus anderen Töpfen kommen.

Es bestehen auch gute Aussichten auf weitere 20 000 Euro aus der NRW-Stiftung für die Nationalpark-Stiftung. Mit diesem Geld sollen beispielsweise eine Internet-Präsenz aufgebaut, aber auch Flyer und anderes Informationsmaterial gedruckt werden. Das Kuratorium segnete am Freitag einstimmig diese Planungen für 2006 ab. Das Gremium zeigte sich begeistert von der erfolgreichen Akquisition von Projektmitteln durch den Vorstand.

Anschließend fand die erste Stifterversammlung statt. Die inzwischen 28 Menschen aus der Region und darüber hinaus, die sich mit privatem Kapital an der Stiftung beteiligt haben, erhielten ihre Stifterurkunden.

Die Urkunden hatte der bekannte Tiermaler und Freund des Nationalpark-Gedankens, Conny Franz, kostenlos mit Tiermotiven aus dem Nationalpark gestaltet. Die Druckerei Rosenbaum druckte die Urkunden kostenlos. Sodann fand die Wahl zum Vorstand der Stifterversammlung statt. Vorsitzende wurde Marie-Theres Fischer, ihr Stellvertreter ist Peter Dürholt. Schriftführer wurde Wolfgang Fischer. Zum Abschluss des Abends präsentierte Wolfgang Schumacher Bilder aus dem Nationalpark.