24.03.06 19:45 Alter: 11 Jahre

Drei „Patenonkel“ für die neuen „Eifeltiger“

Von: Kölnische Rundschau, Gudrun Klinkhammer

Der Blick geht tief. Leicht nach unten geneigt ist die Kopfhaltung, die Ohren sind aufmerksam nach vorn gerichtet. In der freien Natur sieht man dieses wunderschöne Tier nur...

HELLENTHAL. Der Blick geht tief. Leicht nach unten geneigt ist die Kopfhaltung, die Ohren sind aufmerksam nach vorn gerichtet. In der freien Natur sieht man dieses wunderschöne Tier nur selten. Doch ist die Wildkatze ein wichtiges Element des gesamten Naturraums Eifel und der Ardennen, wie Nationalparkforstamtsleiter Henning Walter gestern im Wildgehege Hellenthal betonte.

Henning Walter ist einer von drei Paten, die sich der Wildkatze im Allgemeinen und im Speziellen angenommen haben. Seit kurzem „wohnen“ in Hellenthal die beiden Wildkatzen Anna und Sammy. Anna ist Henning Walters „Patenkind“. Den Namen gab er seinem Patenkind denn auch nach dem Namen seiner eigenen Tochter.

Sammys „Patenonkel“ ist der Heimbacher Bürgermeister Bert Züll. Heimbach als Nationalparktor hat die Wildkatze als Leittier und somit war Bert Züll prädestiniert als Pate.

Dritter Ehrenpate im Bunde ist der Hellenthaler Tiermaler Conrad Franz, der ein von ihm gestaltetes Bild übergab. Das Bild wird künftig unter anderem auf T-Shirts und Sweatshirts zu finden sein, die im Wildgehege erworben werden können.

Marie-Theres Fischer vom Wildgehege stellte mit Gehegeleiter Jörg Niesters die neue Einrichtung vor. Fischer: „Wir finden die Idee des Nationalparks so toll, die möchten wir gerne unterstützen und begleiten. Hier kann man jetzt Tiere des Nationalparks sehen, die man in der freien Natur eventuell nicht zu Gesicht bekommt.“ Marie-Theres Fischer gab der Hoffnung Ausdruck, dass das fast einjährige Wildkatzenpärchen sich bald über Nachwuchs freuen kann. Allerdings müsse dieser aus Platzgründen irgendwann weitergegeben werden.

Population gut erforscht

Henning Walter lobte die Aktion in Hellenthal und meinte: „In dieser Region heißt die Wildkatze auch Eifeltiger.“ Und es sei schlimm, wenn man nur über ein Phantom rede, das man nicht sehen könne. Nirgendwo sei die Population des „Eifeltigers“ so gut erforscht in Deutschland wie eben in der Eifel. Auf rund 1000 Exemplare im Raum von Eifel und Ardennen wird die Anzahl der Wildkatzen geschätzt. In besonderer Weise hat sich Wildkatzenexperte Manfred Trinzen von der Biologischen Station Euskirchen um die Erforschung dieses scheuen Tieres verdient gemacht. Schleidens Bürgermeister Ralf Hergarten begrüßte die Beheimatung der Wildkatze in einem Gehege in Hellenthal und bezeichnete es generell als „spannend“, dass die Kommunen des Nationalparks als Symbole Tiere wählten. Köln habe den Dom, aber eine Wildkatze sei viel geheimnisvoller. Hergarten: „Ich kann mir nichts Schöneres denken.“ Hellenthals Bürgermeister Manfred Ernst freute sich über eine freundliche Daumengeste von Henning Walter. Dieser nach oben gerichtete Daumen war das „grüne Licht“ dafür, dass der Gemeinde Hellenthal als Leittier der Eisvogel genehmigt wird.